Australien – Work & Roadtrippin´ in Western Australia

Letzter Arbeitstag bedeutet soviel wie der Startschuss für den nächsten Roadtrip. Neben den vielen Eindrücken und Erfahrungen auf der australischen Farm, dient dieser Job hauptsächlich einem Ziel: Möglichst viel Geld in kürzester Zeit ansparen, um bald möglichst weiter zu ziehen. Wochen zuvor werden Pläne geschmiedet, welche Route sich für den nächsten Roadtrip anbietet. Australien, das von seiner Fläche vergleichbar mit Europa ist, bietet schließlich so weitläufige Routen, dass man sich erst auf dem zweiten Blick dieser immensen Dimension bewusst wird. 

Wenn das Auto zu einem Zuhause auf Rädern wird. 

In Australien ist das bei Reisenden nicht untypisch. Ganz im Gegenteil. Während der Australier in seinem kraftvollen Zugpferd sein für alle möglichen Lebenslagen vollausgestattetes Gespann hinter sich her zieht, trifft man den klassischen Backpacker mit tendenziell schmalem Geldbeutel in seinem konvertierten Van, Geländewagen oder Kombi an. Wer ein rollendes Gefährt besitzt, das geräumig genug ist, um darin zu übernachten, der tut das in der Regel auch. Und das aus einem guten Grund: Die Mischung aus Roadtrip und Camping bietet sich in Australien fast uneingeschränkt an. Sei es aufgrund der exzellent ausgelegten Infrastruktur für Camper wie öffentliche Sanitäranlagen und ausreichend sowie gut zugängliche Campspots oder aufgrund des wahnsinnig beeindruckenden Sternenhimmels bei Nacht. Der kommt nämlich mitten im Nirgendwo abseits von jeglichen Lichtquellen wie Städten und Straßenbeleuchtung – oder auch kurz: im australischen Busch – ganz besonders gut zur Geltung.

Was ist eigentlich unter diesem Roadtrip konkret zu verstehen? 

Der Roadtrip beschreibt eine Art zu reisen und hat nicht unbedingt das Ziel anzukommen, sondern beinhaltet die vielen Stopps, Eindrücke und Abenteuer auf dem Weg dorthin. Aus dem Fenster zu schauen, jeden Moment aufzusaugen und den Gedanken freien Lauf lassen.

Für uns bedeutet ein Roadtrip Flexibilität, Individualität und Freiheit. Er setzt aber auch ein gewisses Maß an Minimalismus voraus, sofern man sich für Nächte im Fahrzeug bzw. Zelt auf Campspots oder in der freien Natur – und eben nicht für Hotels oder Motels – entscheidet. Je nach Ausstattungsmerkmal des jeweiligen Gefährts, verfügt man über begrenzte Wasser- und Gasvorräte, Kühlmöglichkeiten, Kochutensilien und Stauraum. Dinge, für die man gewappnet sein muss. Dazu gehören auch öffentliche Toiletten und Duschen.

Was mir persönlich, bei unserem ersten gemeinsamen Roadtrip durch Neuseeland noch etwas schwer fiel, haben wir mittlerweile besser im Griff. Denn kommt das persönliche Wohlfühlklima erstmal ins Schwanken, kann die Stimmung sehr schnell kippen. Wenn wir etwas gelernt haben, dann das. Wir haben unsere Erfahrungen gemacht und wissen, wo unsere Grenzen liegen.

Ooops, we did it again – Das zweite Fahrzeug auf unserer Weltreise

Wir genießen es sehr, wieder mit eigenem Fahrzeug unterwegs zu sein. Beim ersten Mal sind wir von der Südinsel bis an den nördlichsten Zipfel quer durch Neuseeland in unserem vollausgestatteten Van umhergereist. Diesmal sind wir mehr off-road tauglich unterwegs. Das bedeutet für uns im Wesentlichen deutlich weniger Stauraum, dafür jedoch die Option auch mal abseits der gewöhnlichen Pfade abzubiegen und dabei voll auf unsere Kosten zu kommen. Entlegene Gegenden, Offroad – Abenteuer und Beach Drives. Gerade in Westaustralien bieten sich so viele Möglichkeiten an, auf die wir nur ungern verzichtet hätten. 

Unser Kompromiss: Mazda Tribute 2005 V6 - verlässlicher Typ mit mittelmäßiger Off-road Tauglichkeit bei fairem Spritverbrauch
Unser Kompromiss: Mazda Tribute 2005 V6 – verlässlicher Typ mit mittelmäßiger Off-road Tauglichkeit bei fairem Spritverbrauch

Roadtrip bedeutet in unserem Fall Kompromisse einzugehen und Prioritäten zu setzen, da das Packvolumen des Fahrzeugtyps sowie unser Budget streng limitiert sind. Wir hatten schließlich die Wahl: ein Van mit mehr Stauraum oder Offroad-Spaß. Aufgrund der relativ geringen Fahrzeughöhe, verzichten wir auf aufwändige Umbauten im Innenraum, sodass genug Freiraum über der Liegefläche bleibt, um aufrecht sitzen zu können. Für uns ein wichtiger Punkt, besonders an Regentagen und nach Einbruch der Dunkelheit. Stattdessen schaffen wir zusätzlichen Stauraum auf dem Dach. 

Roadtrip Upgrade: Roof Basket und Dachbox für zusätzlichen Stauraum sowie Markise (unerlässlich in abgelegen Regionen im australischen Busch und am Strand)
Roadtrip Upgrade: Roof Basket und Dachbox für zusätzlichen Stauraum sowie Markise (unerlässlich in abgelegen Regionen im australischen Busch und am Strand)

Wir hatten zwar die Option Dachzelt in Erwägung gezogen, haben die Idee jedoch schnell wieder verworfen, da es sich bei Wind, Kälte und Regen besser im Fahrzeug schlafen lässt. Und ja, ob ihr es glaubt oder nicht, Nächte im australischen Outback können ganz schön zapfig werden. Und damit meinen wir Temperaturen um die 0 Grad!

Aufgerüstet für die vielen Roadtrips auf dem roten Kontinent
Aufgerüstet für die vielen Roadtrips auf dem roten Kontinent

Ob Van oder SUV – für uns ist ein Roadtrip schlichtweg die beste Art zu reisen. Alle Dinge, die wir zum Leben brauchen, in greifbarer Nähe zu haben. Dort unser Lager aufschlagen, wo auch immer uns das nächste Abenteuer hinführt. Jeden Morgen an einem anderen Ort aufwachen und mit einem frisch zubereiteten Kaffee über dem Gaskocher in den Tag zu starten. Ein Lebensgefühl, so mobil und schwerelos sowie immer und überall zuhause zu sein.

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