Vietnam – Im (Streif)zug von Hoi An nach Hanoi

Das kostenfreie Visum verschafft uns 15 Tage in Vietnam. Nach dem gelungenen Auftakt ins neue Jahr steuern wir von Saigon auf den Norden zu. Da das Land geografisch gesehen relativ schmal geschnitten ist, bietet sich die Durchreise via Zug bestens an. Zwischen Saigon und Hanoi liegen 1726 km Gleise oder anders ausgedrückt 33 Stunden mit der Bahn. Unterwegs legen wir insgesamt drei Stopps ein.

Du wunderhübsches Hoi An

Sobald die Sonne untergegangen ist, gewinnt dieser Ort an Magie. Die schmalen, bunt ausgeleuchteten Gassen, sowie all die bezaubernden Cafés und Restaurants entlang des Wassers verwandeln dieses charmante Küstenstädtchen bei Dunkelheit in ein beeindruckendes Lichtermeer und lassen Hoi An Teil unseres Märchens von Vietnam werden. Auf dem Thu Bon Fluss werden Besucher in kleinen Booten chauffiert, damit auch sie ihre Wünsche in Form einer kleinen Papierlaterne mit brennender Kerze auf die Reise schicken können, die zusätzlich stimmungsvolle Akzente auf dem Wasser setzen. Trotz der vielen Touristen, Verkaufsstände und Bootsfahrtenanbieter um uns herum haben wir nicht das Gefühl, dass der sinnliche Zauber in irgendeiner Weise verblassen würde. Wir nehmen auf einem kleinen Hocker eines Street Food Standes unmittelbar am Wasser Platz. Von hier aus lassen wir dieses Lichterspektakel auf uns wirken. Der Koch verspricht uns das beste Cao Lau der Stadt. Wir werden nicht enttäuscht. Das geschmorte Schweinefleisch in aromatischer Soße, verfeinert mit lokalen Kräutern und Nudeln, die ausschließlich von drei Familien nach Tradition und streng gehütetem Rezept hier in Hoi An hergestellt werden, zergeht uns auf der Zunge. Wir schwärmen noch heute davon.

Vietnam, Hoi An - Street Food Verkäufer in Hoi An
Street Food Verkäufer in Hoi An

Am nächsten Morgen leihen wir uns die hoteleigenen Fahrräder, um die naheliegende Umgebung zu erkunden. Etwas außerhalb schauen wir den Einheimischen bei der Arbeit auf den Reisfeldern zu. In großen Schritten stapfen sie barfuß durch den schlammigen Acker und präparieren die Felder für den nächsten Reisanbau. Wenig später erreichen wir das Meer. Der menschenleere An Bang Beach sieht, nach unserer Einschätzung, gar nicht mal so einladend aus. Er wirkt verlassen und auch die wenigen Schirme mit Strohdach sind stark beschädigt. Wir erfahren, dass vor knapp einem Monat ein starker Zyklon durchgepeitscht ist und dieses Chaos hinterlassen hätte. Statt Sonnenschein sieht es heute eher nach Regen aus. Also ziehen wir schleunigst weiter und widmen uns unserer Lieblingsbeschäftigung in Vietnam, dem Essen.

Zum Dinner verschlägt es uns in das Café 43. Da gibt es Bier für umgerechnet 10 Cent. Wie geht denn das? Es handelt sich um fresh beer, ein lokales Bier, welches täglich gebraut wird –  ganz ohne Konservierungsstoffe – und daher nicht lange haltbar. Die frisch abgefüllten Fässer müssen noch am selben Tag geleert werden. Aufgrund seines geringen Alkoholgehaltes (ca. 3%) schmeckt es nach einem leichten, erfrischenden Lager und ist ganz gut süffig. Grund genug, um zu bleiben. Nach dem Essen fragen wir nach der Rechnung. Einmal die leckere Pho Bo, einmal das fantastische Cao Lau und die zehn Bier…das macht dann schlappe 3,70 €. Nein, wir haben uns nicht verhört. Mehr Preis-Leistung geht nun wirklich nicht.

Vietnam, Hoi An - Bootsanleger und Lichter
Bootsanleger und Lichter in Hoi An

Hoi An hat uns vom ersten Augenblick an verzaubert. Wir vermissen diesen Ort direkt, sobald wir im Bus zurück nach Da Nang – dem nächstgelegenen Bahnhof – sitzen, um den Zug nach Dong Hoi zu nehmen.


In den unterirdischen Gängen von Phong Nha-Ke Bang

Es ist nasskalt, sehr sogar. Ehrlich gesagt, wir haben den vietnamesischen Januar komplett unterschätzt. Je nördlicher wir kommen, desto kälter, regnerischer und ungemütlicher wird es. Ein positiver Nebeneffekt: das Landschaftsbild gewinnt einen Touch mehr an mystischem Ausdruck. Die hochragenden Berge zwischen all dem Grün verschwinden im leichten Nebel, als wir uns im Bus zwischen ausschließlich Einheimischen der unübersehbaren Aufschrift Phong Nha-Ke Bang am Ortsanfang nähern.

Die vietnamesische Hilfsbereitschaft ist wirklich kaum zu übertreffen. Während uns der private Shuttle Service von unserer Unterkunft ein Vielfaches mehr gekostet hätte, haben uns die freundlichen Einheimischen durch wilde Gestikulationen den Weg zum öffentlichen Busverkehr aufgezeigt. Die wenigsten sprechen hier Englisch. Die Haltestelle befindet sich auf der anderen Seite der Bahngleise und ist für uns gar nicht mal so ersichtlich. Wir wären gnadenlos vorbeigelaufen, wenn uns nicht jemand rechtzeitig am Arm gepackt hätte. Selbst diejenigen – die lieber an uns verdient hätten, indem sie uns selber fahren – verhelfen uns in den richtigen Bus einzusteigen. Wir warten und schauen den passierenden Bussen skeptisch hinterher. Dann gibt es ein Handsignal vom Kollegen. Das muss er sein. Voll beladen steuern wir Phong Nha-Ke Bang an. Neugierige Blicke der Insassen schweifen über uns und unsere großen Backpacks. Auch für die Schulkinder, die wir unterwegs aufgabeln, sind wir heute wahrscheinlich Gesprächsstoff Nummer Eins. Nach etwa einer Fahrstunde schreien sie alle auf und zeigen abwechselnd auf uns und die Tür. Ahja, wir müssen aussteigen. Wir werden sogar exakt vor unserem Hotel abgesetzt. Danke ihr Herzensmenschen!

Die aufgeweckte Linh an der Rezeption empfängt uns mit unglaublicher Gastfreundschaft und gibt uns im gleichen Atemzug wertvolle Tipps, um den morgigen Tag bestmöglich zu gestalten. Die Hauptgründe, warum wir hier sind, sind die Paradise Cave und die Son-Doong-Höhle. Da wir die letzt genannte Höhle nicht auf dem Plan finden können, den sie uns zeigt, haken wir nach. Leider kann man die Son-Doong-Höhle aktuell ausschließlich im Rahmen einer mehrtägigen Exkursion besichtigen. Die Kosten belaufen sich dafür auf stolze 3000 USD. Der Grund des hohen Preises sei der, dass sie noch relativ schlecht zugänglich ist und erst in 2013 für Besucher freigegeben wurde. Auch wenn wir uns zu gerne auf dieses Abenteuer eingelassen hätten, dieser Betrag sprengt deutlich unser Budget. No Chance!

Vietnam, Phong Nha-Ke Bang - Daniel auf dem Roller
Auf dem Roller durch Vietnam in Phong Nha-Ke Bang

Die Straße wendet sich durch die sattgrüne Landschaft des Phong Nha-Ke Bang Nationalparks. Bergauf, bergab. Gerade noch im Trockenen erreichen wir auf dem Roller die Paradise Cave. Sie ist mit einer Länge von 31km eine der längsten bisher entdeckten Höhlen im asiatischen Raum. Auch wenn ausschließlich der erste Kilometer dieser gigantischen Unterwelt für uns zugänglich ist, sind wir vom ersten Augenblick an hin und weg. Von außen betrachtet lässt sich keineswegs erahnen, welch Naturwunder sich im Inneren verbirgt. Im gleichen Moment bedauern wir es wirklich sehr, dass das Zugticket für die Weiterreise bereits gebucht ist und wir daher nur einen einzigen Tag in dieser reizvollen Region verbringen können. Mal ganz von dieser beeindruckenden Höhle abgesehen, hier gibt es weitaus mehr zu entdecken.

Vietnam, Phong Nha-Ke Bang - Paradise Cave von innen

Vietnam, Phong Nha-Ke Bang - Paradise Cave (2)
Paradise Cave in Phong Nha-Ke Bang

Mit einem heißen Tee in der Hand versuchen wir uns warm zu halten. Heute Abend soll es mit dem Nachtzug schon wieder weitergehen. Linh gesellt sich zu uns und so plaudern wir über das Leben. Wir vergleichen den Lebensstandard zuhause und hier, sprechen über Zukunftsperspektiven und über Visabestimmungen. Wir lernen, dass es für Vietnamesen gar nicht mal so einfach ist, z.B. in Deutschland einzureisen. Das Visum sei sehr kostspielig. Die wenigsten können sich das leisten. Auch sie würde so gerne reisen, aber ihr seien die finanziellen Mittel nun mal nicht gegeben. Mitleidig schauen wir sie an, als wir erfahren, dass ihr Gehalt pro Monat (bei einer 6-Tage-Woche) sogar noch unter dem liegt, was einer von uns an EINEM Tag verdient hat! Sie nimmt es gelassen und lächelt noch immer. Aber die Welt komme doch zu ihr. Tagtäglich treffe sie auf Menschen von überall her. Auf diesem Wege lerne auch sie die einzelnen Länder kennen – ganz ohne zu reisen. Genau das sei es, was ihren Job im Hotel so spannend machen würde. Wow, das nennen wir mal eine positive Einstellung zum Leben.

Und schon wieder werden wir daran erinnert, dass Dinge wie ein starker Reisepass oder eine attraktive Heimatwährung eben nicht selbstverständlich sind. Wir sind dankbar für all die Möglichkeiten, die uns gegeben sind, um unsere Wünsche zu verwirklichen. Dankbar dafür, dass sich das Abrackern auch irgendwann auszahlt.


Tam Coc – die Halongbucht im Lande

Die Nacht verbringen wir in einer Vierer-Kabine auf schmalen Etagenbetten. Wir breiten unseren dünnen Hüttenschlafsack auf den mit rotem Kunstleder überzogenem Polster in der unteren Ebene aus und machen es uns auf der relativ harten Unterlage so bequem wie möglich. Die Klimatisierung ist optimal. Es dauert nicht lange, bis wir nach dem langen Tag – durch ständiges Hin und Her auf den Gleisen – in einen festen Schlaf gewippt werden. Zehn Stunden später rollt der Zug in den Bahnhof von Ninh Binh ein. Wir haben doch tatsächlich durchgeschlafen. Auch Daniel, der sich in Bussen und Flugzeugen immer schwer tut, fühlt sich einigermaßen erholt.

Vietnam, Dong Hoi nach Ninh Binh - 4-er Abteil im Nachtzug
4-er Abteil im Nachtzug nach Ninh Binh

Unsere Homebase für die nächsten Tage liegt etwa 10 km südlich von Ninh Binh – in dem unglaublich schön gelegenen Tam Coc. Aus dem Fenster unseres Zimmers blicken wir auf geflutete Reisfelder und emporragende Kalksteinformationen in sattgrüner Landschaft. Nicht umsonst wird die Umgebung von Tam Coc auch als Halongbucht im Lande oder die trockene Halongbucht bezeichnet. Der Ort wirkt sehr ländlich. Auf der Straße begegnen uns viele Kinder, die uns euphorisch zuwinken und Hello entgegenrufen. Gelegentlich kommen wir an Verkaufsständen entlang der Straßen vorbei, an denen gebratene Ziegen im Ganzen zum Verkauf angeboten werden. Sie sind immer gleich drapiert und schauen uns beim Vorbeifahren mit ihrem starren Blick tief in die Augen. Auf uns wirken sie ziemlich unheimlich. Für die Einheimischen sind sie eine Delikatesse und in dieser Region besonders beliebt. Kein Wunder, dass Ziegenfleisch in jedem noch so kleinen Laden auf der Speisekarte steht. Immer wieder halten wir unterwegs an, um das Bilderbuch-Panorama in völliger Stille auf uns wirken zu lassen. Spätestens nach diesem Ausflug ins Grüne sind wir von unserer Umgebung komplett fasziniert. Und weil wir uns so schnell hier nicht wieder losreißen können, verlängern wir unseren Aufenthalt auf insgesamt drei Nächte.

Vietnam, Tam Coc - Trang An, Karststeinformationen und Nebel
Karststeinformation im Nebel von Trang An

Die wundervolle Chan am Tresen gibt uns jede Menge Tipps für Sehenswertes in der Gegend. Eine beliebte Attraktion für ihre Besucher sei der Chua Bai Dinh in der Nähe. Diesen buddhistischen Tempelkomplex können wir auf dem Roller bequem innerhalb von 45 Minuten erreichen. Das weitläufige Areal ist in hohen Mauern eingeschlossen. Wir verbringen dort einen halben Tag, um den Tempel, die Pagode und den imposanten Buddha zu Fuß zu erkunden. Aus den Lautsprechern ertönen Sprechgesänge, die für alle Besucher über die gesamte Strecke hinweg nicht zu überhören sind. Vorbei an unzähligen Statuen und vergoldeten Reliquien gelangen wir zu guter Letzt zu prunkvollen Altaren, die sich im Inneren eines Berges befinden und das historische religiöse Zentrum darstellen. Auf dem Rückweg passieren wir die Mua Cave, ein beliebter Aussichtspunkt mit Blick auf das malerische Tam Coc. Es bleibt beim Vorbeifahren, denn mittlerweile regnet es ununterbrochen durch.

Vietnam, Tam Coc - Blick auf den Tempel auf dem Areal der Bai Dinh Pagode
Blick auf den Tempel auf dem Areal der Bai Dinh Pagode

Chan erzählt außerdem davon, dass sich die Kulisse von King Kong ganz in der Nähe befinden würde. Um uns entsprechend einzustimmen, verbringen wir den verregneten Abend gemütlich unter der Bettdecke und sehen uns die Neuverfilmung an. Gleich am nächsten Morgen steigen wir in Trang An in ein kleines Boot. Hier kann zwischen zwei verschiedenen Routen gewählt werden. Und weil die meisten Besucher für die Route 2 anstehen, umgehen wir die Warteschlange und entscheiden uns schlichtweg für die Route 1. Es wird still. Nur das gelegentliche Plätschern der Paddel im Wasser liegt in den Ohren. Bei der Durchfahrt von Karsthöhlen mit tief hängender Felsendecke müssen wir unsere Köpfe einziehen, so knapp befindet sich das Gestein über uns. Am Ufer säumen sich Palmen und grünes Gebüsch. Im Hintergrund verblassen die hohen Kalksteinformationen im feinen Nebeldunst.

Gespannt nähern wir uns der Skull Island. Ob wir hier Teile des Drehortes wiedererkennen? Wie wir schnell feststellen müssen, wohl eher nicht. Dieser Ort wirkt viel flacher bewuchert. Auch an das abgestürzte Flugzeug hier auf dem Grund können wir uns nicht erinnern. Irgendwie hat hier rein gar nichts mit dem King Kong zu tun, den wir kennen. Im Nachhinein die Aufklärung: Hier wurde „Kong: Skull Island“ gedreht. Vorsicht Verwechslungsgefahr!

Vietnam, Tam Coc - Trang An, traditionelles Dorf auf Skull Island
Traditionelles Dorf in Trang An auf Skull Island

Die Abende verbringen wir meist bei einem kleinen familienbetriebenen Restaurant um die Ecke. Gefühlt sind wir die einzigen westlichen Gäste dort. In lockerer Atmosphäre futtern wir uns einmal durch das Menü. Niemand spricht englisch, aber das stört uns nicht im Geringsten. Wir verstehen uns auch ohne Worte. Die aufgetischten Gerichte sind durchweg sehr lecker. Auch das Ziegenfleisch ist geschmacklich gar nicht mal so übel. Hier und jetzt lassen wir die letzten Tage nochmals Revue passieren. Was haben wir bloß dabei gedacht, uns nur 15 Tage Vietnam vorzuknöpfen?


Die kulinarischen Highlights von Hanoi

Um ehrlich zu sein, sind wir völlig unvorbereitet und relativ planlos. Wir wissen von einigen bedeutsamen Sehenswürdigkeiten in der Stadt wie das Ho-Chi-Minh-Museum, der Literaturtempel und das Gefängnis… aber irgendwie lassen uns diese relativ unberührt. Im Fokus steht für uns, die letzten gemeinsamen Tage zu genießen, bevor sich unsere Wege für die nächsten 7 Wochen trennen werden. Dazu hat Daniel ein äußerst hübsches Hotel herausgesucht. Die Zimmer sind mit Heizeinrichtungen ausgestattet. Herrlich! Eine wunderbare Abwechslung zu dem feuchten Klima in den anderen bisherigen Zimmern auf unserer Durchreise, in denen zum Teil Klamotten und Bettdecke unangenehm klamm waren. Wir lieben dieses Zimmer so sehr, dass wir es eigentlich nur für Essen verlassen. In den Straßen probieren wir uns durch das riesige Angebot an lokalen, kulinarischen Highlights. Wir lassen uns eine Bun Cha Ta Suppe schmecken, die mit Reisnudeln und aromatischen Kräutern serviert wird. Das Tofu in Tomatensauce ergibt dazu die perfekte Ergänzung. Als Nachtisch gönnen wir uns einen vietnamesischen Egg Coffee. Es handelt sich hier um einen starken Shot Kaffee, der mit schaumig gerührter Eigelbcreme angereichert wird. Relativ süß und verdammt cremig, aber überraschend lecker! An einer anderen Straßenecke erhalten wir für wenig Geld sicherlich die beste Rindfleischsuppe (Bun Bo Nam Bo), die wir beiden je zuvor gegessen haben.

Vietnam, Hanoi - Street Food Bun Bo Nam Bo Restaurant
Street Food Vietnam – Bun Bo Nam Bo Restaurant in Hanoi

Daniel wird Fan des Banh My Pate, dem vietnamesischen Baguette, belegt mit Bratfleisch, Salatgurke, scharfer Soße und Zwiebeln, während Conny die leckeren Suppen bevorzugt. Die vietnamesische Küche übertrifft unsere Erwartungen im hohen Maße. Spätestens jetzt entwickelt sie sich zum ernstzunehmenden Konkurrenten unserer heiß geliebten Thai-Küche.

Vietnam, Hanoi - Street Food Banh My Pate am Strassenrand
Street Food Vietnam: Banh My Pate am Straßenrand in Hanoi

Legendär für uns sind auch die Bierzapfstellen an jeder Ecke. Ausgeschenkt wird durch – nennen wir es mal – einen Gartenschlauch. Die Bierfans sitzen in tiefer Hocke auf kleinen Plastikschemeln und schlabbern ein Gläschen nach dem anderen weg. Wie schon angesprochen, das fresh beer ist nicht lange haltbar. Das Fass muss schließlich leer werden. Daher wird konsequent nachgeschenkt, noch bevor der letzte Hieb runtergeschluckt ist.

Vietnam, Hanoi - Fresh Beer Station
Fresh Beer Station in Hanoi

Neben all den kulinarischen Leckereien zählt das wilde Treiben auf den Straßen zu unseren absoluten Highlights. Was haben wir gestaunt, gelacht und kopfgeschüttelt. Es ist wirklich unfassbar, was so manches auf dem Roller transportiert werden kann. Ob türgroße Glaswände auf dem Rücksitz, ein Dutzend Kartons, als würde man meinen da wird gerade das 1-Zimmer Appartement auf dem Moped umgezogen oder die blauen Plastikstühle für die Neueröffnung des Cafés am anderen Ende der Stadt. Hier auf der Straße tobt das Leben. Das ist es eben, was Hanoi ausmacht.

Wenig später landen wir in der Train Street. Wie es der Name schon verrät, rauscht da ein mächtiger Zug durch die enge Gasse. Mit dem Rücken an der Hauswand hätten wir ihn mit ausgestreckten Armen fast berühren können. So nah donnert er an uns vorbei. Noch Minuten später nach der Durchfahrt, stehen wir starr vor Schreck und können es kaum glauben, was gerade passiert ist.

Vietnam, Hanoi - Zugdurchfahrt in der Train Street
Zugdurchfahrt in der Train Street in Hanoi

In der chaotischen Beer Corner endet unsere Reise durch das eindrucksvolle Vietnam. Dabei sind uns das Land sowie seine Leute sehr ans Herz gewachsen. Eines Tages werden wir diese Reise fortsetzen. Da sind wir uns einig.

Von Hanoi zurück nach Bangkok trennen sich unsere Wege vor der Passkontrolle. Ich werde meinen Rückflug nicht antreten und bleibe stattdessen im südostasiatischen Raum. Daniel fliegt zurück nach München, um sein Projekt ordnungsgemäß an seinen Nachfolger zu übergeben. Erst 7 Wochen später würden wir uns wieder sehen. In Auckland, am anderen Ende der Welt.

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. weltBEATS sagt:

    Sehr schön geschriebener Text, der Lust auf mehr macht! Wir sind auch gerade in Vietnam, in der Nähe vom Halong Bay und in ein paar Tagen brechen wir auf, um in den Süden zu reisen. Nach diesem Blogeintrag – mit wirklich tollen Fotos – freuen wir uns umso mehr :)!

    Ihr seid gerade in Malaysia?

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    1. herzsafari sagt:

      Vielen lieben Dank euch beiden! Die Halong Bay haben wir diesmal ja leider nicht geschafft. Die haben wir uns bewusst für das nächste Mal aufgehoben, um diese tolle Gegend voll und ganz genießen zu können. Habt eine ganz tolle Zeit in Vietnam!

      Malaysia – unser heimlicher Favorit 😊 hat es uns vor zwei Jahren schon angetan. Diesmal sind wir an der Ostküste und auf Borneo unterwegs. Steht Malaysia für euch auch noch auf dem Plan?

      Liebste Grüße aus Kuching

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  2. desolat sagt:

    Interessant, dass zwischen Phong Nha… und Bangkok anscheinend so ein riesiger Temperaturunterschied besteht. Die Entfernung sieht breitengradmäßig gar nicht so groß aus. Habt Ihr da nur zufällig „Pech“ mit dem Wetter gehabt oder ist es normal, dass es in Vietnam im Winter so kühl werden kann? PS: Schöne Reisebeschreibungen insgesamt, btw!

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    1. herzsafari sagt:

      Diese Frage haben wir uns auch gestellt. Ob es der geringe Höhenunterschied in Phong-Nha verglichen zu Bangkok ist, der das kühle Klima ausmacht? Wir können es nicht sicher sagen. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von maximal 20 Grad sei der Januar zumindest der kälteste Monat in dieser Region. Für uns war es auch eine Überraschung, dass in den Bergdörfern weiter nördlich zu dieser Zeit sogar Schnee gefallen ist! Das war der Grund, warum wir Sapa lieber auf ein andermal verschoben haben.

      Danke für deinen Kommentar und lieben Gruß, Conny & Daniel

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      1. desolat sagt:

        Hab gerade noch gelesen, dass der „Wolkenpass“ (Hai-Van-Pass) bei Da Nang Vietnam in zwei Klimazonen mit sehr unterschiedlichem Wetter schneidet. Hm, das klingt alles sehr interessant, ich muss das mal längerfristig im Hinterkopf behalten 🙂 Viel Spaß noch bei Eurer weiteren Reise, wo auch immer es noch hingeht!

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      2. herzsafari sagt:

        Danke dir 🙂
        Und wieder was gelernt, interessante Erklärung mit dem Pass.
        Wir werden definitiv auch noch einmal nach Vietnam kommen. Es ist super einfach zu bereisen und hat noch sooo viel mehr zu bieten als wir in dieser kurzen Zeit entdecken konnten.

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