…wie es überhaupt dazu kam.

Während wir gerade noch über ein 6 monatiges Sabbatical diskutierten, merkten wir bereits bei der Routenplanung, dass ein halbes Jahr für unsere Ziele viel zu knapp sei. Ich träumte von einem Roadtrip durch Südamerika entlang der Panamericana, Daniel bestand auf Länder wie Neuseeland, Kanada und Japan. Kompromiss muss her. Etwa eine Weltreise? So mitten im Job? Das klingt klingt doch viel zu absurd. Stattdessen einigen wir uns darauf, erstmal über den nächsten Urlaub nachzudenken.

Egal ob Städtetrip oder eine Fernreise, unsere Urlaube sind vollgepackt, um in relativ kurzer Zeit möglichst viel zu erleben. Auch wenn wir durch viele Überstunden und verständnisvolle Vorgesetzte im Job von längeren Auszeiten als gewöhnlich profitieren konnten, ist und bleibt die Zeit unser stetiger Gegenspieler. Bereits Anfang des Jahres waren wir für 5 1/2 Wochen in Thailand, Malaysia, Singapur und Australien mit dem Rucksack unterwegs. Wir dachten, „wenn wir schonmal in der Ecke sind“, dann können wir auch einen Abstecher zu unseren in Mexiko liebgewonnenen Freunden nach Australien machen. Dass Thailand bloß auf halber Strecke liegt und Australien weitere 8 Flugstunden entfernt ist, haben wir komplett unterschätzt. Ein guter Mix aus Inselhopping im südlichen Thailand, multikulturelle Kolonialstädte und Teeplantagen in Malaysia, die fantastische Skyline von der Megametropole Singapur sowie die Weite auf den menschenleeren Straßen und Stränden von Australien. Dieser Trip war ziemlich sportlich. Wir fühlten uns zum Ende hin sogar etwas übersättigt von den vielen Eindrücken unterwegs. Der Urlaub war komplett durchgetaktet – Flüge, Hotels und der Campervan für die Ostküste Australiens waren bereits von Deutschland aus gebucht. Gerne wären wir an dem ein oder anderen Ort länger geblieben, aber das lies unsere Vorabplanung nicht zu. Das nächste Mal würden wir uns definitiv mehr Zeit lassen wollen für mehr Flexibilität.

Da Angkor Wat bei uns ganz oben auf unserer Bucket List stand, sollte die nächste Reise nach Kambodscha gehen. Und aufgrund der durchweg positiven Erzählungen, regelrecht Schwärmereien von Freunden, Kollegen und anderen Reisenden, wollten wir endlich das facettenreiche Vietnam mit seinen pulsierenden Städten wie Saigon und Hanoi und seiner landschaftlichen Schönheit im Norden wie Halong Bay und Sapa mit eigenen Augen sehen und insbesondere die von allen geschätzte Freundlichkeit des Landes kennenlernen. Dass ich nach diesen vier Wochen nicht wieder zurückkehren würde, war bis dato noch völlig außer Acht…


Man sollte wenigstens einmal im Leben etwas Verrücktes tun.

Der Sommer verging wie im Fluge, die Tage im Büro wurden immer länger, das Arbeitspensum nicht weniger. Ganz im Gegenteil. Freunde und Familie wurden nach und nach unbewusst immer mehr vernachlässigt. Der Alltag hat uns komplett verschlungen. Je länger ich über meinen bevorstehenden 30sten Geburtstag nachdachte, desto mehr sehnte ich mich nach einem Tapetenwechsel. Daniels Projekt würde im März 2018 auslaufen. Darüber hinaus war noch keine konkrete Planung vorhanden, in welchem Projekt er als nächstes landen würde. Und dann wurde uns beiden plötzlich klar: Wenn wir es jetzt nicht tun, dann wahrscheinlich nie. Der Moment war perfekt. Und was haben wir schon für Verpflichtungen? 

Ich kündigte meinen Job pünktlich zu meinem 10 Jährigem Jubiläum in der Firma. Aus persönlichem Interesse wollte Daniel noch bis Projektabschluss warten. Dann lag auch seine Kündigung auf dem Tisch. Es wurde offiziell. Statt verständnislosem Kopfschütteln unserer Kollegen und Vorgesetzten als Reaktion auf unser Vorhaben sind wir durchweg auf positive Zusprüche gestoßen. Zudem haben wir von Familie und Freunden bei all den Vorbereitungen wie Umzug und Bürokratie die größte Unterstützung bekommen, die man sich wünschen kann. Wir sind euch dafür unendlich dankbar!

Vier Monate später saßen wir im Flieger nach Bangkok, bereisten für einen Monat Kambodscha und Vietnam und nahmen dann Abschied voneinander. Erst 7 Wochen später würden wir uns wiedersehen… in Auckland, wo unser gemeinsames Abenteuer endgültig starten sollte – ohne Job, ohne Wohnung, nur wir beide, vogelfrei.

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